Aufbruchstimmung beim Dampfzentrum

Montag, den 06. Februar 2012 um 13:17 Uhr
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Im Herbst 2011 ist das Sammelgut des Vaporama, rund 500 Tonnen schwer, von Thun nach Winterthur verbracht worden – mehrere Dampfmaschinen, Lokomobile, Dampfwalzen, ein Raketenmotor, sogar ein komplett erhaltenes, dampfbetriebenes Baggerschiff. Jetzt liegen diese wertvollen Kulturgüter im provisorischen Schaulager in der Halle 181 im Sulzerareal in Winterthur.

An der Mitgliederversammlung vom 3. Februar hat der Verein Dampfzentrum Winterthur Bilanz über das Jahr 2011 gezogen, gleichzeitig wurde der Vorstand erneuert. Neuer Präsident ist Stephan Amacker. Der 65-jährige Neftenbacher, Maschineningenieur mit Leib und Seele, folgt dem aus dem Vorstand ausgeschiedenen Gründungspräsidenten Andreas Maurer. Amacker verfügt über breite Führungs-, Behörden- und Vereinserfahrung. „Das Projekt ‚Dampfzentrum Winterthur´ sitzt dort, wo mein Herz schlägt“, schwärmt Amacker, „wir haben die Chance, einmalige Zeitzeugen der Dampftechnologie zurückzuführen an einen ihren Ursprungsorte. Und wir werden sie dort betreiben! Eine solche Konstellation gibt es nicht nochmals, das ist weltweit einmalig.“

Für 2012 hat sich das Dampfzentrum Winterthur sehr hohe Ziele gesteckt. Zum einen harrt die Standortfrage der definitiven Klärung, damit verbunden sind zentrale strategische Weichenstellungen. Es gilt, die Rollen zu klären und klare Abgrenzungen zu ziehen, zum einen zur kurz vor Weihnachten aus der Taufe gehobenen Stiftung Dampfzentrum Winterthur, zum anderen zu den im Projekt engagierten privaten Firmen, wie die DLM AG von Roger Waller. Die wohl höchste Hürde ist die finanzielle Überlebenssicherung mit geeigneten Räumlichkeiten für die geplante offene Fabrik. Die Stadt Winterthur, der Kanton, der Heimatschutz, die Denkmalpflege – alle bringen dem Projekt sehr viel Sympathie entgegen. Das ist ermutigend, genügt aber nicht. Der Verein steht vor der Aufgabe, in Freiwilligenarbeit die vom Lotteriefonds in hoher Professionalität geforderten Dossiers zu erstellen. Parallel dazu gilt es, die in Winterthur lagernde Sammlung schrittweise zum Leben zu erwecken – ein weites Betätigungsfeld für die im letzten Vereinsjahr um über 50% gewachsene Schar der Vereinsmitglieder. Auch die Öffentlichkeit soll vermehrt Gelegenheit erhalten, die Vaporama-Sammlung im neuen Dampfzentrum Winterthur zu erleben. Auf Anmeldung sind Kleingruppen-Besuche jederzeit möglich. Für die breite Öffentlichkeit wird im Lauf des Sommers ein zweitägiger Dampf-Event stattfinden, im Herbst werden die Winterthurer Modellbautage vom einzigartigen Ambiente der Dampfmaschinensammlung profitieren und mitten im Schaulager stattfinden.

Amacker bringt es auf den Punkt: „Die Vision steht im Raum. Jetzt heisst es für uns aber, das Übergewand anzuziehen und zusammen mit der Stiftung Dampfzentrum Winterthur, den Sponsoren, Gönnern, Mitgliedern und industriellen Partnern das vermeintlich Unmögliche zu realisieren: Wir wollen unseren Exponaten ein dauerhaftes Zuhause verschaffen und Leben einhauchen. Leben heisst bei uns Dampf.“

 

Dampfzentrum

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 13. April 2012 um 16:05 Uhr